One by One Deutschland

Zeitzeugen im Unterricht

Zwei Lebensgeschichten aus dem Zweiten Weltkrieg

Nadine Sonntag, Dreilindenschule, in: Berliner Zeitung, Jugend und Schule 2001/2002

(...) Bis zu seinem 60. Lebensjahr verdrängte Otto Duscheleit seine Vergangenheit. Doch dann fing er an, seine Erlebnisse aufzuschreiben und ging damit an die Öffentlichkeit. Er hat sowohl in Auschwitz als auch im Holocaust-Museum seine Geschichte erzählt. Er hofft, dadurch zu erreichen, dass das Geschehene sich nicht wiederholt, was seiner Meinung nach jederzeit wieder sein könnte. Noch heute macht er sich Vorwürfe, dass er damals nichts in Frage gestellt hat. „Ich fühle mich nicht schuldig wegen dem, was ich getan habe. Schuldig fühle ich mich, weil ich mich angepasst, alles mitgemacht und nichts hinterfragt habe.“

Heute ist er wie Carola Domar bei der Gruppe „One-By-One“. Frau Domar erstaunte das Publikum sehr, mit ihrer Erklärung, dass sie den damaligen Nazis verzeiht: „Wenn Hitler nicht gegen Juden gewesen wäre, so wäre ich bestimmt auch für Hitler gewesen.“ Die Gruppe setzt sich dafür ein, zwischen beiden Parteien zu vermitteln und vor allem Jugendlichen näher zu bringen, was zu ihrer Zeit passierte, um zu verhindern, dass eine solche Situation sich wiederholt. Beide Zeitzeugen treten dafür ein, dass man nichts verschweigen und verdrängen soll. Jegliches Todschweigen belaste nur und mache alles nur noch schlimmer. Sie wollen erreichen, dass jeder Mensch, egal welcher Religion er angehört oder aus welchem Land er kommt, als solcher angesehen wird und niemand diskriminiert wird.

Am Ende der Gedenkveranstaltung konnten wir unsere Fragen stellen und alle fanden es schade, dass es schon zu Ende war. So kann man nur wünschen, dass dies nicht die letzte Veranstaltung dieser Art war.

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