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Briefmarken erzählen… (4)

Widerstand - Marken der Bundesrepublik 1945-1990

Die ersten Marken zum Widerstand erschienen in der Bundesrepublik als Blockausgabe zum 20. Jahrestag des Attentats auf Hitler am 20. Juli 1944. Geehrt werden Sophie Scholl, Ludwig Beck, Dietrich Bonhoeffer, Alfred Delp, Karl-Friedrich Goerdeler, Wilhelm Leuschner, Helmuth James Graf von Moltke und Claus Graf Schenk von Stauffenberg.

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briefmarkegalen.jpgZwei Jahre später erschien anlässlich des 20. Todestages von Clemens August Graf Galen eine Marke. Er trat in seinen Werken aktiv gegen Rosenberg auf. In Predigten und Hirtenbriefen prangerte Galen nicht nur die kirchenfeindlichen Maßnahmen der Nationalsozialisten, sondern auch die Euthanasie von Geisteskranken an.

briefmarkeschumacher.jpg1972 erscheint eine Briefmarke zum 20. Todestag von Kurt Schumacher. Dieser wird am 6. Juli 1933 kurz nach dem Verbot der SPD verhaftet. Er ist in den Konzentrationslagern Heuberg, Kuhberg, Dachau und Flossenbürg inhaftiert. Er lehnt jeglichen Kontakt zu Kommunisten ab, weil er die KPD für mitschuldig an der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten hält. Durch Folterungen geschwächt und infolge der Dunkelhaft im Sehvermögen beeinträchtigt, erzwingt Schumacher durch einen Hungerstreik, dass er nicht mehr im Steinbruch arbeiten muss. Als Schwerkranker wird Schumacher am 16. März 1943 aus dem Konzentrationslager entlassen. Nach dem Attentat vom 20. Juli wird Schumacher erneut verhaftet und ins Konzentrationslager Neuengamme eingewiesen. Da ihm keine Beteiligung an der Vorbereitung des Attentats nachgewiesen werden kann, wird er kurze Zeit später wieder entlassen.

briefmarkekolbe.jpgEin Jahr später erscheint anlässlich der Heiligsprechung von Maximilian Kolbe eine Marke eine Marke. Kolbe ist ein polnischer Geistlicher, der 1941 wegen Hilfeleistung für Flüchtlinge von der Gestapo verhaftet und im KZ Auschwitz ermordet wird.

briefmarkekaiser.jpgbriefmarkeleuschner.jpgAnlässlich des 100. Geburtstages erschien 1988 eine Briefmarke für Jakob Kaiser. Er stimmte 1933 gegen das Ermächtigungsgesetz und verweigerte die Gleichschaltung der Gewerkschaften. Er arbeitete mit Wilhelm Leuschner zusammen. Der wurde ab 1933 mehrfach verhaftet und von den Nazis 1944 ermordet.

Autor: Berthold Schneiderheinze in: One by One News #4, Februar 2005

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